Wetten in Österreich heute: Anbieter, Regeln und Kosten im Überblick

Updated Oktober 2026
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Ein Notizbuch mit handschriftlichen Notizen liegt neben einem Bleistift und einer Tasse Tee auf einem Schreibtisch am Fenster.

Wer heute in Österreich eine Sportwette platzieren will, bewegt sich in einem Markt, der von oben bis unten anders tickt als in den meisten Nachbarländern: keine bundesweite Lizenz, keine nationale Whitelist, kein einheitliches Sperrregister, dafür neun Landesgesetze, eine seit dem 1. April 2025 geltende Wettgebühr von fünf Prozent und eine ganze Reihe Anbieter, die mit oder ohne heimische Bewilligung um Kunden werben. Wer die Unterschiede und die Bedeutung einer behördlichen Bewilligung versteht, kann besser einschätzen, was eine Quote wirklich wert ist, welche Anbieter in Österreich rechtlich verankert sind und wie die Wettgebühr Einsatz und Gewinn beeinflusst.

Einzelwetten sind bei tipp3 erst ab einer Quote von 1,06 erlaubt; in einer Kombiwette lassen sich 3 bis 10 Tipps verbinden.

Daten geprüft am Oktober 29, 2026 gegen die Wettordnungen, Impressen und Spielbedingungen der Anbieter sowie die einschlägigen Landesgesetze.

Wie der Sportwettenmarkt in Österreich organisiert ist

Warum Sportwetten hier nicht unter das Glücksspielgesetz fallen

In Österreich gilt das Glücksspielgesetz (GSpG) für Lotterien, Casinospiele und Online-Glücksspiel – nicht aber für die klassische Sportwette. Der Verwaltungsgerichtshof hat bereits 2015 (VwGH 2.7.2015, Ro 2015/16/0019) festgestellt, dass die herkömmliche Sportwette ein Geschicklichkeitsspiel ist und damit außerhalb des GSpG steht. Für die Wettanbieter bedeutet das: Wer eine Sportwette anbieten will, braucht keine Konzession des Bundes, sondern eine Bewilligung des jeweiligen Bundeslandes, in dem er die Wette vermittelt. Die Konzession ist der richtige Begriff nur für Glücksspielangebote – Wettanbieter verwenden ihn zu Recht nicht.

Ein Fußball liegt auf einem Rasen im Licht der tief stehenden Sonne, dahinter leere Sitzreihen.
Seit dem 1. April 2025 unterliegen in Österreich alle Einsätze auf Sportwetten einer Gebühr von 5 Prozent.

Diese Trennung ist nicht nur formal. Sie erklärt, warum es in Österreich keine nationale Whitelist der Wettanbieter gibt und warum der Buchmacher, der im Supermarkt um die Ecke einen Wettschein verkauft, ein anderes regulatorisches Umfeld hat als das Online-Casino, das auf derselben Seite wirbt. Wer heute wissen will, wer hier legal Sportwetten anbieten darf, schaut ins Impressum oder in die Wettordnung des Anbieters – dort steht die Bewilligung samt Aktenzahl.

Die neun Landesgesetze und ihre Behörden

Jedes der neun Bundesländer hat ein eigenes Wettgesetz und eine eigene Aufsichtsbehörde. Die wichtigsten im Überblick:

Ein Stadion unter Flutlicht aus der Ferne gesehen, davor eine dunkle Landschaft mit Feldern und einer Landstraße.
Rechtsgrundlage für tipp3-Sportwetten ist das NÖ Wettgesetz vom 27.05.2020 (LGBl. Nr. 58/2020); die Bewilligung erteilte die NÖ Landesregierung.

Diese Zersplitterung hat zwei praktische Folgen. Erstens: Welche Livewetten ein Anbieter annehmen darf, hängt vom Bundesland ab, in dem der Wettterminal steht oder der Server des Anbieters steht. In Wien sind Livewetten nur auf Teilergebnisse oder das Endergebnis zulässig, in Oberösterreich auf numerische Zwischenstände, den Endstand oder „wer schießt als Nächstes“. Wer in Niederösterreich eine Livewette abschließt, hat es mit einer anderen Rechtslage zu tun als in Tirol. Zweitens: Einsatzlimits unterscheiden sich ebenfalls. Oberösterreich und Niederösterreich setzen 500 € pro Wette als Höchstgrenze, in Wien liegt das Limit am Terminal ohne Counter bei 50 € pro Wette. Was online gilt, ist je Bundesland unterschiedlich und nicht überall abschließend geregelt.

Wer als Spieler wissen will, welche Regeln für die eigene Wette gelten, muss wissen, in welchem Bundesland der Anbieter seine Bewilligung hat oder seinen Server betreibt – nicht, wo der Spieler sitzt.

Was eine Bewilligung konkret ausmacht

Eine Bewilligung nach einem Landeswettgesetz ist nicht mit einer Lizenz nach dem GSpG zu verwechseln. Die Bewilligung deckt nur Sportwetten im Sinn des jeweiligen Landesgesetzes, nicht Casino- oder Lotterieangebote. Wer bei einem Anbieter mit NÖ Bewilligung Casino spielt, spielt dort möglicherweise unter einer anderen Konzession oder gar ohne heimische Erlaubnis.

Die Bewilligung verpflichtet den Wettunternehmer zu Mindeststandards: Identitätsprüfung vor der ersten Auszahlung, Spielerschutzmaßnahmen, Aufbewahrung der Wettunterlagen und je nach Land unterschiedliche Höchsteinsätze und maximale Gewinne. Sie ist auch die Grundlage dafür, dass der Wettunternehmer die Wettgebühr nach § 33 TP 17 Abs. 1 Z 1 GebG ordnungsgemäß abführen kann – denn die Gebühr wird unabhängig von der Bewilligung fällig, wenn die Wette in Österreich steuerlich relevant ist.

Wettgebühr, Quote und Marge: Was eine Wette heute wirklich kostet

Die fünf Prozent Wettgebühr seit 1. April 2025

Seit dem 1. April 2025 unterliegen alle Einsätze auf Sportwetten in Österreich einer Wettgebühr von 5 Prozent. Zuvor lag der Satz seit Oktober 2005 bei 2 Prozent – die Erhöhung geht auf die GebG-Novelle BGBl. I Nr. 7/2025 zurück. Die Gebühr wird vom Wetteinsatz berechnet, also vom Bruttobetrag, den der Spieler setzt, und ist vom Wettunternehmer zu entrichten, der die Wette gewerblich abschließt oder vermittelt. Sie fällt auch dann an, wenn ein Spieler aus Österreich bei einem im Ausland sitzenden Anbieter wettet.

Wie der Anbieter die Gebühr an den Spieler weitergibt, ist seine Sache. Es gibt drei Wege, die in der Praxis vorkommen:

Für den Spieler heißt das: Die 5 % sind ein realer Kostenfaktor pro Wette, unabhängig davon, wie der Anbieter sie verbucht. Wer viele kleine Wetten platziert, spürt die Gebühr deutlicher als jemand, der eine einzelne Großwette setzt – der prozentuale Anteil am Einsatz ist derselbe, der Absolutbetrag aber nicht.

Die Marge: Was die Quote verschweigt

Die Quote, die ein Wettanbieter anzeigt, ist nie der „faire“ Preis. In ihr steckt eine Marge, also der Anteil, den der Anbieter im Schnitt pro Wette einbehält. Bei einem klassischen Zwei-Wege-Markt (z. B. Sieg Heimsieg vs. Auswärtssieg) mit Quoten 1,90 und 1,90 lässt sich die Auszahlungsquote berechnen:

Auszahlungsquote = 1 ÷ (1/1,90 + 1/1,90) = 1 ÷ (0,5263 + 0,5263) = 1 ÷ 1,0526 = 0,9500.

Die Auszahlungsquote liegt damit bei rund 95 %, die Marge entsprechend bei rund 5 %. Das heißt: Von jedem Euro, der auf diesen Markt gesetzt wird, zahlt der Anbieter im langfristigen Mittel 95 Cent an die Spieler aus und behält 5 Cent.

Bei einem Drei-Wege-Markt (Heimsieg, Unentschieden, Auswärtssieg) mit typischen Quoten 2,10 / 3,40 / 3,40 ergibt sich:

Auszahlungsquote = 1 ÷ (1/2,10 + 1/3,40 + 1/3,40) = 1 ÷ (0,4762 + 0,2941 + 0,2941) = 1 ÷ 1,0644 = 0,9395.

Die Auszahlungsquote sinkt auf rund 94 %, die Marge steigt auf rund 6 %. Der Drei-Wege-Markt ist für den Anbieter lukrativer, weil die Quotenstruktur mehr „Sicherheit“ für ihn bietet – der Spieler trägt den höheren Preis. Bei Livewetten liegen die Margen oft noch höher, weil die Anbieter auf kurzfristige Ineffizienzen im Markt setzen.

Die Spanne, in der sich die Margen im österreichischen Markt bewegen, liegt grob zwischen 4 % und 8 %, je nach Sportart, Markt und Anbieter. Wer das wissen will, vergleicht die Quoten desselben Markts bei mehreren Anbietern – oder rechnet nach. Faustregel: Je ausgeglichener die Quoten (z. B. 1,90 / 1,90), desto näher an 5 % Marge; je ungleicher (z. B. 1,30 / 4,50), desto höher die Marge.

Wie die Wettgebühr und die Marge zusammenwirken

Beide Kosten schmälern den erwarteten Gewinn des Spielers. Die Marge ist im Preis eingepreist, die Wettgebühr kommt je nach Anbieter on top oder ist im Gewinnabzug versteckt. Ein Beispiel: Ein Spieler setzt 10 € auf eine Quote von 1,90. Der Anbieter hat in diesem Markt eine Marge von rund 5 %. Die Wettgebühr von 5 % wird vom Gewinn abgezogen, wie es tipp3 handhabt.

Der Spieler nimmt im Erfolgsfall 8,55 € mit nach Hause statt der 9,00 €, die er bei einer „fairen“ Quote von 2,00 erwarten würde. Im Verlustfall verliert er seinen Einsatz von 10 €, die Wettgebühr trägt der Anbieter, falls er sie nicht in die Quote eingepreist hat. Über viele Wetten gemittelt, kostet die Kombination aus Marge und Wettgebühr den Spieler rund 8 bis 10 % des eingesetzten Betrags.

Was darf heute gewettet werden – und was nicht?

Zugelassene Wetten: Sportereignisse als Kern

Die Landeswettgesetze begrenzen den Kreis der zulässigen Wetten. Im Kern steht überall das Sportereignis: Fußball, Tennis, Eishockey, Basketball, Handball, Formel 1 und ähnliches. Politikwetten oder Wetten auf TV-Shows sind nach der Auffassung des BMF in der Regel nicht zulässig. Was ein Anbieter im konkreten Wettprogramm anbietet, ist eine Sache der Vertragsfreiheit – solange das Sportereignis selbst zulässig bleibt.

Wetten auf virtuelle oder aufgezeichnete Rennen sind kein Sportereignis im Sinn der Landesgesetze, sondern Glücksspiel – und können daher nicht von einem Bundesland bewilligt werden. Wer bei einem Anbieter „virtuelle Pferderennen“ findet, hat es mit einem Glücksspielangebot zu tun, das unter das GSpG fällt und nicht unter die Sportwettenbewilligung.

E-Sport ist in Österreich den Landesgesetzen nach nicht abschließend geregelt. Manche Anbieter bieten E-Sport-Wetten an, ohne dass die Rechtslage in jedem Bundesland geklärt ist. Wer hier wetten will, sollte im Impressum des Anbieters nachlesen, ob die Bewilligung E-Sport einschließt.

Livewetten: Was je Bundesland erlaubt ist

Livewetten sind das dynamischste Segment des Marktes und gleichzeitig das am stärksten regulierte. Die Landesgesetze ziehen hier besonders enge Grenzen:

Ein Anbieter mit Bewilligung in mehreren Bundesländern muss die Livewetten je nach Standort des Wettterminals oder Servers unterschiedlich freischalten. Ein Spieler in Wien sieht möglicherweise nicht alle Livewetten, die ein Spieler in Oberösterreich sieht – selbst beim selben Anbieter.

Höchsteinsätze und Höchstgewinne

Die Landesgesetze setzen Höchsteinsätze, die Anbieter setzen eigene Höchstgewinne. Beide Limits stehen in der Wettordnung. Vierklee nennt einen Höchstgewinn von 15.000 € pro Einzel- oder Kombiwette sowie 50.000 € pro Kunde und Woche. win2day liegt mit 80.000 € pro Standardwette und 200.000 € pro Systemwette höher, aber unterhalb der Größenordnung, die internationale Anbieter ohne österreichische Bewilligung oft anbieten.

Wer mit hohen Einsätzen plant, sollte vor der ersten Wette die Wettordnung des Anbieters lesen. Wetteinsätze, die das Limit überschreiten, werden in der Regel nicht angenommen.

Spielerschutz, Limits und Selbstsperre

Altersgrenze und Identitätsprüfung

Die Altersgrenze für Sportwetten liegt in allen Bundesländern, die eine Regelung haben, bei 18 Jahren. Die Anbieter prüfen das Alter im Rahmen der Registrierung – bei tipp3 etwa per ID Austria Vollversion, Bank Ident, Foto Ident mit Chip oder Video Ident. Bei der Registrierung werden keine Bankdaten abgefragt; die Verifikation ist erst vor der ersten Auszahlung erforderlich.

Einzahlungslimits – pro Anbieter, nicht pro Markt

Es gibt in Österreich kein gesetzliches Einzahlungslimit für Sportwetten, das für alle Anbieter gilt. Jeder Anbieter setzt seine eigenen Limits. win2day etwa begrenzt die Einzahlung auf 250 € pro Woche für Spieler unter 26 Jahren und auf 1.680 € pro Kalendermonat ab 26 Jahren. Auf Antrag können diese Limits erhöht werden. Gewinne zählen nicht zum Limit.

Ein bundesweites Limitregister für Sportwetten existiert nicht. Das im Glücksspielreformgesetz 2026 geplante Limitregister und Sperrregister gilt für GSpG-Glücksspiel, nicht für Sportwetten. Wer sich bei einem Anbieter selbst sperren lässt, ist bei diesem einen Anbieter gesperrt – andere Anbieter sehen die Sperre nicht.

Selbstsperre und Spielpause

tipp3 bietet eine Spielpause von 1, 3 oder 6 Monaten (das Guthaben bleibt im Konto) sowie eine Selbstsperre von 1, 2 oder 3 Jahren (das Guthaben wird auf das verknüpfte Bankkonto überwiesen). Beide Sperren sind nach dem Start nicht aufhebbar – wer sich sperrt, bleibt gesperrt, bis die Frist abläuft.

Die Selbstsperre ist beim einzelnen Anbieter wirksam, nicht marktweit. Ein Spieler, der sich bei tipp3 sperrt, kann bei win2day, Admiral oder einem ausländischen Anbieter weiter wetten. Die im Glücksspielreformgesetz 2026 geplante bundesweite Sperre gilt für GSpG-Glücksspiel und erfasst Sportwetten ausdrücklich nicht.

Hilfe bei Problemen

Wer Anzeichen von Spielsucht bemerkt – bei sich oder bei jemandem im Umfeld –, findet Hilfe bei der österreichischen Anlaufstelle für Spielerschutz unter playsponsible.at. Die Plattform bietet Informationen, Selbsttests und Kontakte zu Beratungsstellen in allen Bundesländern.

Livewetten und Cash-Out: So funktionieren die Funktionen

Wie Livewetten heute ablaufen

Livewetten werden während eines laufenden Sportereignisses angeboten. Der Anbieter aktualisiert die Quoten in Echtzeit, oft sekündlich, und der Spieler kann während des Spiels auf das nächste Ereignis (nächstes Tor, nächster Punkt, nächster Satz) oder auf den Endstand wetten. Welche Wetten zulässig sind, hängt vom Bundesland ab – Wien erlaubt nur Teilergebnisse oder Endstand, Oberösterreich zusätzlich numerische Zwischenstände und „wer schießt als Nächstes“.

Die Quoten bei Livewetten sind enger als bei Pre-Match-Wetten, weil der Anbieter weniger Zeit hat, den Markt zu analysieren. Die Marge ist daher oft höher. Wer Livewetten nutzt, sollte sich bewusst sein, dass die eingebaute Marge plus die Wettgebühr den Erwartungswert weiter senken.

Cash-Out: Vorzeitig aussteigen

Die Cash-Out-Funktion erlaubt es, eine Wette vor dem Ende des Spiels zu beenden und einen Betrag ausgezahlt zu bekommen, den der Anbieter auf Basis des aktuellen Spielstands festlegt. tipp3 etwa bietet Cash-Out an, solange die Wettabgabe nicht gesperrt ist (z. B. während Quotenanpassungen). win2day deaktiviert Cash-Out bei Wetten, die als FreeBet gespielt werden.

Der Cash-Out-Betrag liegt fast immer unter dem erwarteten Wert bei vollständigem Durchlauf der Wette. Wer vorzeitig aussteigt, gibt einen Teil des erwarteten Gewinns ab, vermeidet aber das Risiko eines Totalverlusts. Für Wettende, die ihren Einsatz vor dem Schlusspfiff sichern wollen, ist das ein Werkzeug – kein kostenloses Frühstück.

Prognosen, Statistik und die Frage nach der „sicheren Wette“

Warum keine Prognose sicher ist

Suchanfragen wie „sichere Wetten heute“ oder „Wetten Tipps heute“ treffen auf einen Markt, der keine Sicherheit kennt. Jede Quote enthält eine Marge, die Marge ist der Preis, den der Spieler für die Möglichkeit des Wettens zahlt. Selbst eine Quote von 1,05 auf einen klaren Favoriten bedeutet: Im langfristigen Mittel verliert der Anbieter nichts, der Spieler gewinnt im Schnitt weniger, als die Quote verspricht.

Statistiken, Formkurven, Verletzungsmeldungen und Wetterverhältnisse helfen, die Wahrscheinlichkeit eines Spielausgangs besser einzuschätzen – sie machen die Wette aber nicht sicher. Wer auf eine Quote von 1,30 wettet, gewinnt in etwa 77 % der Fälle, verliert in etwa 23 %. Über 100 Wetten à 10 € mit Einsatz 1.300 € hat der Spieler im Mittel 1.300 × 1,30 × 0,77 = 1.300,77 € ausgezahlt bekommen – also einen Verlust von 0,23 € pro 10 € Einsatz. Plus Wettgebühr. Plus die übliche Marge, die schon in der Quote steckt.

Was eine seriöse Einschätzung leisten kann

Eine seriöse Einschätzung eines Spiels liefert keine „sichere Wette“, sondern eine Bandbreite plausibler Ausgänge mit Wahrscheinlichkeiten. Daraus ergibt sich, ob die angebotene Quote über oder unter dem „fairen“ Wert liegt – also ob der Spieler einen Wert (Value) sieht oder nicht. Das ist die Grundlage jeder Wettstrategie, die nicht auf Glück setzt.

Ohne eigene Recherche und ohne Verständnis der Margen ist die Frage nach Tipps heute vor allem eine Werbefrage: Die Anbieter, die „sichere Tipps“ versprechen, verkaufen in der Regel keinen Mehrwert, sondern ihre eigenen Quoten – und ihre eigene Marge.

Verantwortung des Spielers

Wer wettet, übernimmt das Risiko selbst. Die Anbieter bieten Werkzeuge – Limits, Selbstsperre, Spielpause –, aber sie ersetzen nicht die Selbstkontrolle. Wer regelmäßig spielt, sollte sich ein persönliches Budget setzen, das er entbehren kann, und die Limits nutzen, die der Anbieter anbietet. Wer merkt, dass das Wetten mehr wird als geplant, sollte die Spielpause nutzen oder sich bei playsponsible.at informieren.

Anbieter im Vergleich: Wer in Österreich Sportwetten anbietet

Österreich hat keine nationale Whitelist der Wettanbieter. Die nachfolgende Übersicht trennt Anbieter mit einer Bewilligung eines Bundeslandes von Anbietern ohne heimische Bewilligung – weil die rechtliche Stellung beider Gruppen unterschiedlich ist und die Frage, wer welche Wette anbieten darf, davon abhängt. Die Reihenfolge folgt der Bewilligungslage: zuerst Anbieter mit einer genannten Bewilligung, dann Anbieter ohne heimische Bewilligung.

Anbieter Bewilligungssituation Betreiber / Lizenz
tipp3 Bewilligung der NÖ Landesregierung (NÖ Wettgesetz, LGBl. Nr. 58/2020; Bescheid 10.12.2020, IVW1-Wett-47/001-2020) Österreichische Sportwetten Gesellschaft m.b.H., Wien
win2day Bewilligung der NÖ Landesregierung für den Sportwettenbereich (NÖ Wettgesetz; nur Sportwetten, Lotterie/Casino unter GSpG) Österreichische Lotterien Gesellschaft mbH
Merkur Bets Bewilligung eines Bundeslandes (Land und Bescheid vom Anbieter nicht veröffentlicht) nicht ausgewiesen
Starsportwetten Bewilligung eines Bundeslandes (Bescheid vom 8. März 2022 an die Starbet24 GmbH; Land nicht genannt) Star Sportwetten GmbH
Admiral Bewilligung der OÖ Landesregierung nach dem Oö. Wettgesetz ADMIRAL Sportwetten GmbH, Gumpoldskirchen
Vierklee Bewilligung der Tiroler Landesregierung (Zl. IIa.10.065/144-0) Vierklee Wettbüro GmbH
BetAlright ohne österreichische Bewilligung Lizenzstatus nicht ausgewiesen
Tiki Taka ohne österreichische Bewilligung Lizenzstatus nicht ausgewiesen
Jack ohne österreichische Bewilligung Curaçao-Lizenz (nicht österreichisch)
bet-at-home ohne österreichische Bewilligung Maltas Lizenz (MGA, nicht österreichisch)

tipp3 – Bewilligung Niederösterreich, eigener Wettterminal und Trafik

tipp3 ist die Sportwettenmarke der Österreichischen Sportwetten Gesellschaft m.b.H. und nennt eine Bewilligung der NÖ Landesregierung nach dem NÖ Wettgesetz, Bescheid vom 10.12.2020, Aktenzahl IVW1-Wett-47/001-2020. Damit ist tipp3 einer der wenigen Anbieter, deren heimische Bewilligung vollständig dokumentiert ist: Land, Gesetz, Bescheid und Aktenzahl stehen im Impressum.

Die Wettangebote reichen von Einzelwetten ab Quote 1,06 über Kombiwetten mit 3 bis 10 Tipps bis zu Systemwetten. Bei Kombiwetten wird die Gesamtquote als Produkt der Einzelquoten gebildet. Cash-Out ist verfügbar, solange die Wettabgabe nicht gesperrt ist. Bei verlorenen Wetten trägt tipp3 die 5 % Wettgebühr selbst, bei gewonnenen Wetten werden 5 % vom Gewinn abgezogen.

Die Verifikation läuft über ID Austria Vollversion, Bank Ident, Foto Ident mit Chip oder Video Ident. In einer Annahmestelle können Gewinne bis 1.000 € bar ausgezahlt werden, größere Gewinne über die Großgewinnauszahlungsstelle mit amtlichem Lichtbildausweis, Gewinne über 80.000 € per Gewinnanforderungsformular aufs Bankkonto. Gewinne können bis 180 Tage nach Feststellung eingelöst werden. Die Spielpause dauert 1, 3 oder 6 Monate, die Selbstsperre 1, 2 oder 3 Jahre, beide nach Start nicht aufhebbar.

Für wen passt tipp3: Für Spieler, die Wert auf eine dokumentierte heimische Bewilligung legen, die Wette gerne in der Trafik oder am Terminal abgeben und die klassische österreichische Wettkultur schätzen. Wer ein hohes Bonus-Volumen erwartet, wird bei tipp3 nicht fündig – das Angebot ist auf das Wesentliche reduziert.

win2day – Bewilligung Niederösterreich, hohe Limits und Konzernschwester

win2day betreibt Sportwetten unter einer Bewilligung der NÖ Landesregierung (Bescheid vom 10.12.2020, IVW1-Wett-47/001-2020). Der Sportwettenbereich ist damit vom Glücksspielrecht getrennt; die Lotterie- und Casinoangebote von win2day laufen unter der bundesweiten GSpG-Konzession und unterliegen anderen Regeln.

win2sport hebt sich durch großzügige Limits hervor: Der Höchstgewinn pro Standardwette liegt bei 80.000 €, pro Systemwette bei 200.000 €. Wetten, die das Limit überschreiten, werden nicht angenommen. Die Standardwette kombiniert 1 bis 10 Ereignisse, die Gesamtquote wird auf zwei Dezimalstellen kaufmännisch gerundet.

Beim Spielerschutz setzt win2day Einzahlungslimits: 250 € pro Woche für Spieler unter 26 Jahren (Woche von Freitag bis Donnerstag), 1.680 € pro Kalendermonat ab 26 Jahren, auf Antrag individuell erhöhbar. Gewinne zählen nicht zum Limit. Cash-Out ist verfügbar, aber bei FreeBet-Wetten deaktiviert.

Gewinne aus win2sport werden dem elektronischen Guthaben gutgeschrieben und können vier Wochen lang beansprucht werden, wenn sie nicht automatisch gutgeschrieben wurden. Auszahlungen gehen aufs registrierte Bankkonto, Auszahlungsgebühren trägt der Spieler.

Für wen passt win2day: Für Spieler, die hohe Limits brauchen oder schätzen und die mit einem österreichischen Anbieter mit dokumentierter NÖ-Bewilligung wetten wollen. Wer ein Casino auf derselben Seite erwartet, muss wissen, dass Casino und Sportwetten bei win2day zwei rechtlich getrennte Welten sind.

Merkur Bets – Bewilligung eines Bundeslandes, stationär verwurzelt

Merkur Bets ist die Sportwettenmarke der Merkur Group und trat im Juni 2025 die Nachfolge der früheren Marke Cashpoint an. Die Gruppe ist seit 1996 in Österreich aktiv, mit Sitz in Gerasdorf bei Wien. Merkur Bets nennt eine Bewilligung eines Bundeslandes, ohne das Land oder den Bescheid zu veröffentlichen.

Das Angebot ist auf den österreichischen Markt zugeschnitten und stark stationär geprägt: Wettterminals, Annahmestellen und das Online-Angebot greifen ineinander. Über die konkreten Funktionen, Limits und Boni veröffentlicht der Anbieter im Netz nur einen Teil der Informationen – das vollständige Bild ergibt sich am Terminal oder in der Wettordnung.

Für wen passt Merkur Bets: Für Spieler, die auf die stationäre Präsenz der Merkur-Gruppe setzen und das Online-Angebot als Ergänzung nutzen. Wer auf eine vollständig transparente Online-Bewilligung Wert legt, wird mit der Marketing-Offenlegung des Anbieters nicht ganz glücklich.

Starsportwetten – Bewilligung eines Bundeslandes, App-zentriert

Starsportwetten nennt im Google-Play-Eintrag einen Bescheid vom 8. März 2022, mit dem der Starbet24 GmbH die behördliche Bewilligung zur Durchführung von Sportwetten im Internet und in stationären Spielstätten erteilt wurde. Welches Bundesland die Bewilligung erteilt hat, geht aus der Veröffentlichung nicht hervor.

Das Angebot ist app-zentriert: Die Starsportwetten-App bündelt Wettprogramm, Livewetten und Kontoverwaltung. Über die genauen Funktionen und Limits ist die öffentlich einsehbare Dokumentation sparsamer als bei tipp3 oder win2day.

Für wen passt Starsportwetten: Für Spieler, die eine heimische Bewilligung suchen, ohne dass das konkrete Bundesland für sie entscheidend ist. Wer auf eine vollständig öffentliche Dokumentation der Bewilligung Wert legt, muss beim Anbieter nachfragen oder die Wettordnung lesen.

Admiral – Bewilligung Oberösterreich, traditionsreicher Markenname

Admiral gehört seit Jahren zu den bekanntesten Wettmarken Österreichs. Die ADMIRAL Sportwetten GmbH mit Sitz in Gumpoldskirchen war Teil der Novomatic-Gruppe, gegründet wurde das Unternehmen von Walter Grubmüller. Von 2001 bis 2006 war Admiral an der Wiener Börse notiert.

Admiral nennt eine Bewilligung der OÖ Landesregierung nach dem Oö. Wettgesetz. Das Angebot umfasst stationäre Wettterminals und das Online-Angebot, oft in Kombination mit Casino-Angeboten unter der GSpG-Konzession – wobei Casino und Sportwetten zwei getrennte regulatorische Bereiche sind.

Für wen passt Admiral: Für Spieler, die einen Markenmix aus Sportwetten und Casino schätzen und die stationäre Verwurzelung in Oberösterreich akzeptieren. Wer nur Sportwetten sucht und keinen Wert auf Casino legt, kann die ADMIRAL-Angebote getrennt nutzen.

Vierklee – Bewilligung Tirol, klar dokumentierte Limits

Vierklee nennt eine Bewilligung der Tiroler Landesregierung mit der Aktenzahl Zl. IIa.10.065/144-0. Die Bewilligung ist damit im österreichischen Vergleich besonders klar dokumentiert – Land, Behörde und Aktenzahl sind vollständig angegeben.

Die Wettbedingungen setzen einen Höchstgewinn von 15.000 € pro Einzel- oder Kombiwette (ebenso pro Systemwette) und 50.000 € pro Kunde und Woche für das gesamte Bundesgebiet. Diese Limits sind strenger als bei win2day, aber transparent. Wer mit Vierklee wettet, weiß vor der ersten Wette, was maximal geht.

Für wen passt Vierklee: Für Spieler, die klare Limits schätzen und mit einer Tiroler Bewilligung wetten wollen. Wer hohe Gewinne aus Einzelwetten erwartet, stößt bei Vierklee früher an die Decke als bei win2day.

BetAlright – ohne heimische Bewilligung, internationales Angebot

BetAlright bewirbt im Sportbereich einen Erstzahlungsbonus von 100 % bis 250 €, einen wöchentlichen Reload-Bonus von 25 % bis 250 €, Cashback von 10 % bis 500 €, Accumulator Boost und Early Payout. Die genauen Bedingungen sind in der Übersicht nicht aufgeführt – wer sie lesen will, muss die Bonusbedingungen des Anbieters aufrufen.

Für BetAlright liegt keine österreichische Bewilligung eines Bundeslandes vor. Das Angebot ist international ausgerichtet und weist keine spezifische Verankerung im österreichischen Landeswettrecht auf. Spieler sollten beachten, dass bei ausländischen Angeboten keine österreichische Aufsicht greift.

Für wen passt BetAlright: Für Spieler, die ein internationales Bonus-Programm suchen und die rechtliche Grauzone in Kauf nehmen. Wer Wert auf eine heimische Bewilligung legt, ist hier falsch.

Tiki Taka – ohne heimische Bewilligung, Bonus mit Umsatzfaktor

Tiki Taka bietet einen Sport-Willkommensbonus, der 6-mal umgesetzt werden muss (Einzahlung plus Bonus), mit Einzelwetten ab Quote 2,0 oder Kombiwetten ab Quote 1,5 je Auswahl, innerhalb von 30 Tagen. Pro Wette zählen höchstens 50 €.

Tiki Taka verfügt über keine österreichische Bewilligung eines Bundeslandes. Das Wettprogramm ist international ausgerichtet und nicht an die österreichischen Landesvorgaben angepasst. Eine lokale Verankerung oder spezifische österreichische Lizenzierung liegt nicht vor.

Für wen passt Tiki Taka: Für Spieler, die mit einem Bonus mit klarer Umsatzanforderung (6-fach) und moderaten Mindestquoten (2,0 / 1,5) arbeiten wollen. Wer eine heimische Bewilligung erwartet, wird sie nicht finden.

Jack – ohne heimische Bewilligung, Curaçao-Lizenz

Jack bietet einen Sport-Willkommensbonus, der bei verlorener erster Sportwette 100 % des Einsatzes als Freiwette zurückerstattet – im Beispiel 50 $ Einsatz, 50 $ Bonus. Mindesteinsatz 20 $, Höchstbonus 100 $, mindestens 4 Auswahlen mit Quote ab 1,4, Systemwetten ausgeschlossen.

Jack führt keine österreichische Bewilligung eines Bundeslandes. Die Lizenzierung erfolgt über Curaçao, was keine Entsprechung im österreichischen Landesrecht findet. Damit unterliegt das Angebot nicht der österreichischen Regulierung oder Aufsicht.

Für wen passt Jack: Für Spieler, die mit einer Freiwette als Verlustabsicherung spielen wollen und mit der Curaçao-Lizenz kein Problem haben. Wer Wert auf eine heimische Bewilligung legt, ist hier falsch.

bet-at-home – ohne heimische Bewilligung, Malta-Lizenz

bet-at-home ist einer der bekanntesten europäischen Online-Wettanbieter und hält die internationalen Sportwetten- und Casino-Lizenzen über die Bet-at-home.com Holding Ltd. in Mosta (Malta). Eine österreichische Landesbewilligung wird in den offiziellen Quellen nicht genannt. Die Malta-Lizenz ist keine österreichische Bewilligung.

Das Angebot ist breit, mit vielen Sportarten, Livewetten und Casino. Die Limits und Quoten entsprechen internationalen Standards, nicht den spezifisch österreichischen Regeln. Wer mit bet-at-home spielt, sollte wissen, dass eine österreichische Selbstsperre hier nicht greift und eine österreichische Aufsicht nicht zuständig ist.

Für wen passt bet-at-home: Für Spieler, die einen großen europäischen Anbieter mit breitem Wettprogramm suchen und die fehlende heimische Bewilligung akzeptieren. Wer mit einer österreichischen Bewilligung wetten will, wählt einen anderen Anbieter.

Wie eine Wette heute konkret abläuft

Schritte vom Tagesangebot bis zur Auszahlung

Wer heute eine Wette platzieren will, durchläuft in der Regel diese Stationen:

Beispielrechnung: Einzelwette auf Sieg Heimsieg

Ein Spieler setzt 20 € auf einen Heimsieg zur Quote 2,10. Der Anbieter hat im Drei-Wege-Markt eine Auszahlungsquote von rund 94 %, also eine Marge von rund 6 %.

Würde der Spieler die Wette zehnmal mit gleichem Einsatz und gleicher Quote spielen und in 5 von 10 Fällen gewinnen (geschätzt), läge der Bruttogewinn bei 5 × 42,00 = 210,00 €, die Wettgebühr bei 5 × 1,10 = 5,50 €, der ausgezahlte Gewinn bei 204,50 €. Die Einsätze summieren sich auf 200,00 €. Netto bleiben 4,50 € – und das ist die optimistische Schätzung. Mit der Marge, die schon in der Quote steckt, bleibt unter dem Strich eher ein Minus.

Wichtige Begriffe aus der Wettwelt

Quote, Einzelwette, Kombiwette, Systemwette

Die Quote ist der Multiplikator, mit dem der Einsatz im Erfolgsfall multipliziert wird. Bei Quote 2,10 und Einsatz 20 € ergibt die Rechnung 20 × 2,10 = 42,00 € Bruttogewinn.

Die Einzelwette ist eine Wette auf ein einzelnes Ereignis. Die Kombiwette kombiniert mehrere Ereignisse, die Gesamtquote ist das Produkt der Einzelquoten. tipp3 erlaubt Kombiwetten mit 3 bis 10 Tipps. Die Systemwette kombiniert mehrere Ereignisse so, dass auch bei einem oder mehreren falschen Tipps ein Teil der Einsätze zurückgezahlt werden kann.

Cash-Out, FreeBet, Early Payout

Cash-Out erlaubt den vorzeitigen Ausstieg aus einer laufenden Wette gegen einen Betrag, den der Anbieter festlegt. Eine FreeBet (Gratiswette, Freiwette) ist ein vom Anbieter gutgeschriebener Einsatz, dessen Wert bei Gewinn ausgezahlt, aber nicht als zusätzlicher Einsatz zurückgezahlt wird. Early Payout (vorzeitige Auszahlung) zahlt eine Wette auf einen klaren Favoriten bereits aus, wenn dieser zur Halbzeit deutlich führt – auch wenn das Spiel am Ende anders ausgeht.

Wettgebühr und Wettsteuer

Die Wettgebühr nach § 33 TP 17 Abs. 1 Z 1 GebG ist die österreichische Abgabe auf den Wetteinsatz, die seit 1. April 2025 5 % beträgt. „Wettsteuer“ wird umgangssprachlich oft synonym verwendet, ist aber kein eigener steuerrechtlicher Begriff – wer es genau nimmt, sagt Wettgebühr.

Häufig gestellte Fragen

Worauf lässt sich heute wetten, und wie wird aus dem Tagesangebot eine sinnvolle Auswahl?

Das Tagesangebot eines Anbieters umfasst die Sportereignisse, die im Wettprogramm stehen: Fußballspiele, Tennismatches, Eishockey, Basketball und mehr. Eine sinnvolle Auswahl beginnt mit dem eigenen Wissensstand: Wer eine Sportart gut kennt, schätzt die Wahrscheinlichkeiten besser. Dann der Blick auf die Quote: Steht die Quote im Verhältnis zur Wahrscheinlichkeit? Liegt sie deutlich über dem, was die Statistik hergibt, ist ein Value denkbar. Wer ohne Statistik und ohne Vorwissen wettet, zahlt vor allem die Marge des Anbieters.

Ist Sportwetten in Österreich Glücksspiel im Sinn des Glücksspielgesetzes?

Nein. Der Verwaltungsgerichtshof hat 2015 festgestellt, dass die klassische Sportwette ein Geschicklichkeitsspiel ist und damit nicht unter das Glücksspielgesetz (GSpG) fällt. Deshalb gibt es keine bundesweite Konzession für Sportwetten, sondern Bewilligungen der Bundesländer. Wer bei einem Anbieter Casino oder Lotterie spielt, bewegt sich wieder im GSpG – die beiden Welten sind getrennt zu betrachten.

Wer erteilt die Bewilligung für Wettanbieter, und gibt es eine bundesweite Liste?

Die Bewilligung erteilt die Landesregierung des Bundeslandes, in dem der Anbieter die Wette vermittelt. Niederösterreich, Wien, Oberösterreich, Tirol und die übrigen Bundesländer haben jeweils eigene Behörden. Eine bundesweite Liste der bewilligten Wettanbieter gibt es nicht – wer prüfen will, ob ein Anbieter eine Bewilligung hat, liest das Impressum oder die Wettordnung des Anbieters.

Wie wirkt sich die Wettgebühr von 5 % seit 1. April 2025 auf Einsatz und Gewinn aus?

Die Wettgebühr wird vom Wetteinsatz berechnet und ist vom Wettunternehmer zu entrichten. Wie der Anbieter sie weitergibt, variiert: Manche ziehen 5 % vom Gewinn ab (tipp3: bei 10 € Einsatz und Quote 2,00 bleiben 19 € statt 20 €), manche senken die Quote leicht, manche tragen die Gebühr selbst. Für den Spieler heißt das: Die Wettgebühr ist ein realer Kostenfaktor pro Wette, zusätzlich zur Marge, die in der Quote steckt.

Welche Grenzen für Livewetten und Höchsteinsätze gelten in den einzelnen Bundesländern?

Wien erlaubt Livewetten nur auf Teilergebnisse oder Endstand, Niederösterreich und Oberösterreich haben eigene Regeln. Oberösterreich und Niederösterreich setzen den Höchsteinsatz auf 500 € pro Wette, in Wien liegt das Limit am terminal-losen Wettgerät bei 50 €. Welche Livewetten und Höchsteinsätze im Einzelfall gelten, hängt vom Bundesland ab, in dem der Anbieter seine Bewilligung hat oder seinen Server betreibt – und davon, ob der Anbieter in dem jeweiligen Bundesland überhaupt eine Bewilligung hat.

Gibt es eine österreichweite Selbstsperre, oder gilt sie nur beim einzelnen Anbieter?

Eine österreichweite Selbstsperre für Sportwetten gibt es derzeit nicht. Die Selbstsperre gilt pro Anbieter: Wer sich bei tipp3 für drei Jahre sperrt, ist bei win2day, Admiral oder einem ausländischen Anbieter nicht gesperrt. Das im Glücksspielreformgesetz 2026 geplante bundesweite Sperrregister gilt für GSpG-Glücksspiel und erfasst Sportwetten ausdrücklich nicht. Wer sich marktweit schützen will, muss bei jedem Anbieter einzeln sperren.

Inhalt erstellt vom Team «wettzahlungenat»